Bienengarnelen (Caridinas)

Vorwort 


Uns von bienengarnelen.ch ist es besonders wichtig, dass Tiere im allgemeinen und vor allem unsere Garnelen, ein Artgerechtes Zuhause bekommen. Wer also denkt, das so ein Aquarium ein Ding ist, welches einfach zu Hause steht, gut aussieht und wo man ab und zu mal etwas hinein wirft, der irrt.

 

Mir stellen sich die Nackenhaare noch heute auf, wenn ich an meinen Einstieg in die Aquaristik denke. Ich ging ohne Vorwissen in einen "orangen" Baumarkt und kaufte mir einen Nano Cube. Die Dame hat mir kurz und knapp erklärt welche Fische Schnecken und Garnelen ich da nach ein bis zwei Wochen rein packen kann. In einen 30 lt. Eimer!?! Weder ist mal eines der Worte Wasserwechsel, Wasserwerte oder Mindestgrösse des Beckens gefallen, noch wurden irgendwelche Fragen bezüglich Vorkenntnisse meinerseits gestellt. Einfach nur verkaufen und gut ist.

 

Was darauf folgte ist klar, Frust, einige tote Tiere und eine wütende Freundin weil wir Geld zum Fenster raus geworfen haben.

Klar ist es auch meine schuld das ich unwissend ein Aquarium gekauft habe und genau darauf will ich hinaus. Dir soll das nicht passieren, deshalb nachfolgend einige essentielle Ratschläge...

 

  • Ein Aquarium ist ein Zeit- und mitunter auch Kostenintensives Hobby. Sei Dir bewusst was Du Dir da kaufst. Es bedeutet nämlich Arbeit und einen nicht zu unterschätzenden finanziellen Aufwand.
  • Mach Dich schlau über die Tiere Deiner Wahl, sie haben Ansprüche welche Du als Halter zu bedienen hast.
  • Kauf nicht billig, sonst kaufst Du zwei mal....
  • Informiere Dich vor dem Kauf über Dein Aquarium.

 

Wenn Du Dir gerne eine kleine oder auch grössere Unterwasserwelt in Dein Domizil holen willst, so sprich mit uns, wir können Dich beraten welche Anschaffung Du wirklich tätigen musst und was nur sinnlose Abzocke ist. 

Welche Ansprüche haben Zwerggarnelen?

Garnelen sind mitunter nicht ganz einfach zu halten. Ich spreche zunächst mal über die Bienengarnelen die sog. Caridina.

 

Wasserwerte

Die Bienengarnelen sind im allgemeinen Tiere die lieber weiches Wasser mögen. Weiches Wasser bedeutet einfach gesagt das der PH Wert möglichst unter 7 und die Gesamthärte (GH) zwischen 5 und 7 zu halten ist. Die Karbonathärte (KH) soll so tief wie möglich sein. Hier streben wir die 0 an. Wer den Leitwert als Massstab nimmt, sollte sein Wasser auf einen Leitwert von ca. 250-300 Mikrosimens bringen.

Wie erreichen wir diese Werte?

Hier in der Schweiz wird es eher schwierig sein Orte zu finden, deren Leitungswasser von Natur aus die optimalen Werte bietet. Also müssen wir den Werten etwas auf die Sprünge helfen. 

Osmose Anlage

Meine erste Wahl ist immer eine Umkehrosmose Anlage. Diese sind heutzutage relativ günstig zu haben und wir können damit ein Wasser herstellen, das von der Reinheit her destiliertem Wasser gleicht. Dieses Wasser müssen wir nun wieder aufsalzen um die richtigen Werte für unsere Garnelen zu erhalten. Zum aufsalzen gibt es bereits viele Produkte wie z.B. das GH+ von Salty Shrimp, welches wie ich finde, ein super Produkt ist.

Soil Böden

Die zweite Möglichkeit sind sogenannte Soil Böden mit Bodenfiltern. Wer Bodenfilter nicht mag, der kann auf z.B. auf einen HMF (Hamburger Mattenfilter) ausweichen. Wichtig ist einfach, dass wir darauf achten einen Babysicheren Filter zu wählen. Die Mini Garnelen können durch ihre winzige Grösse in jede Ritze und durch gröbere Filterschwämme problemlos durchschlüpfen. Luftbetriebene Filter haben hier einen klaren Vorteil. Eingesaugte Garnelen werden nicht geschreddert. Spezielle gebrannte Ton Granulate wie z.B. Red Bee Sand von Shirakura oder auch Environment von Glasgarten, was beides sehr gute Produkte sind. Sie können Leitungswasser auf die gewünschten Werte bringen. Hier wird ein sog. Bodenfilter eingesetzt. Das ist ein Gitter welches unter dem Bodengrund liegt als Abstandshalter und ein Steigrohr welches über Luftheber oder Strömungspumpe das Wasser nach oben befördert. So wird der Bodengrund zum Filter mit riesiger Oberfläche.

Diese Möglichkeit hat vor und Nachteile. Zum einen gibt es beim Wasserwechsel Schwankungen, da wir Wasser mit meist hoher Karbonathärte (KH) einfüllen und dieses erst nach und nach auf die Werte kommt. Zum anderen laugen die Soilböden mit der Zeit aus und die stabilisierenden Eigenschaften des Bodengrunds gehen verloren. Ich habe am Anfang meiner Garnelenzeit lange so gearbeitet und es funktioniert gut. Jedoch musste ich fast jährlich den Bodengrund erneuern. Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit welche ich für die allerbeste halte(Meine Meinung).

Mein Favorit

Die dritte und beste Lösung ist aufgesalzenes Osmosewasser + Soilboden + Bodenfilter. Hier hat der Bodengrund "nichts zu tun" was die Wasserwerte angeht, jedoch vermag er das Wasser zu stabilisieren. Zudem bieten Soilböden einen optimalen Nährboden für Klein und Kleinstlebewesen, welche für ein funktionierendes System absolut unverzichtbar sind.

 

Ab dem Zeitpunkt als ich dieses Setup benutzt habe, sind meine Bestände explodiert. Die Geburtenrate ist massiv angestiegen und die Jungtiere kamen fast alle hoch. Ein weiterer Vorteil ist hier, dass durch die Verwendung von Osmosewasser die Soilböden eine sehr lange Standzeit haben. Hier habe ich Becken zum Teil erst nach 5 Jahren erneuert und das nicht weil der Boden durch gewesen wäre, sondern weil die Optik nicht mehr passte.

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Kommentare: 1
  • #1

    WW (Donnerstag, 10 August 2017 17:28)

    Tolle Zusammenfassung!
    Wie verhält es sich mit den diversen anderen "Empfehlungen" für Bienengarnelen wie z.B. Erlenzapfen, Seemandelbaumglätter, Mangroven und/oder Moorkienwurzeln, die ja auch den PH- und teilweise KH-Wert senken sollen.
    Sollen die zusätzlich zu deinem "Favorit" (Soil + aufgesalzenes Osmosewasser) eingesetzt werden oder ist das dann zu viel des Guten ...?